Viel Lärm um Will

Marc-Oliver Teschke, Schauspieler aus Düsseldorf, spielt William Shakespeare in John Schöllgens neuer Komödie „Viel Lärm um Will“.

London, 1599. Seit nunmehr zehn Jahren schreibt William Shakespeare erfolgreich Theaterstücke für die Lord Chamberlain's Men. Jetzt steckt er mitten in der Schreibblockade. Nicht eine Zeile bringt er zu Papier, dabei soll bald ein neues Stück einstudiert werden. Anstatt nach Inspiration zu suchen, liefert Will sich lieber bühnenreife Wortduelle mit der kratzbürstigen Anne, der Tochter des Mäzens Richard Hathaway. Dabei entgeht ihm so einiges, was unter seinen Schauspielkollegen geschieht: Cardenio verliebt sich in Annes Schwester, Don Johnson intrigiert gegen Burbage und Kempe eröffnet nebenberuflich eine Wach- und Schließgesellschaft. Genug Stoff für zehn neue Stücke, doch Shakespeare sieht den Wald von Arden vor lauter Bäumen nicht. Langsam freundet er sich mit dem Gedanken an, das Schreiben ganz aufzugeben. Da sucht ihn der Geist Christopher Marlowes heim, der ihm den Besuch von drei Hexen ankündigt.

Zu seinem 400. Todestag widmet sich das Dead Parrot Theatre dem Barden aus Stratford. Und zwar mit einer Komödie, in der das wirklich (fast) wahre Leben, „Eine Weihnachtsgeschichte“, „Viel Lärm um Nichts“ und der restliche Shakespeare-Kanon aufeinandertreffen.

Der William Shakespeare dieses Stücks ist geplagt von einer Schaffenskrise. Bei seinen bisherigen Stücken sprudelten die Worte nur so aus ihm heraus. Nun ist sein Geist erschöpft, die Einfälle bleiben weg. Was früher mal ironischer Witz war, ist zu ätzendem Zynismus geworden. Will spielt mit dem Gedanken, seine Berufung aufzugeben und sich resigniert einem einfacheren Beruf zu widmen.

Die Rolle des Will fordert vom Schauspieler eine Gratwanderung. Der Barde ist deprimiert, verzweifelt, wütend. Auch als die Geisterwelt sich aufrafft, ihm aus seiner Krise zu helfen, ist lässt er sich bestenfalls widerwillig mitschleifen. Shakespeare muss sichtlich niedergeschlagen und aufbrausend sein, ohne dabei unsympathisch zu wirken. Er ist unbedingt selbstmitleidig, darf aber nicht nur jammern. Denn der alte Witz, sein Elan und seine Faszination mit der Welt um ihn herum, sind alle noch da und warten nur darauf, zu neuem Leben erweckt zu werden.

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Rollen

William Shakespeare

Autoren

John Schöllgen