Die Maske des Golino

Venedig im frühen neunzehnten Jahrhundert. Europa hat erst vor Kurzem Napoleons Armeen ein letztes Mal in die Knie gezwungen. Der junge Dichter Golino kehrt in seine Heimat am Kanal zurück, zu seiner Angebeteten Valeria und dem gemeinsamen Sohn. Um den Schikanen von Valerias ebenso gebrechlichen wie zerstreuten Vater zu entgehen, folgen die der Einladung eines alten Freundes. Dichterfürst Battista lädt in sein unbescheidenes Castello am See ein.
Dort angekommen zeigt sich schnell, dass hier einiges nicht mit rechten Dingen zugeht. Battistas sterbenskranke Schwester geistert zunächst sprichwörtlich, dann wortwörtlich, durch die Gänge. Der unwirsche Leibarzt des Hausherrn hat zwar wenig dichterisches Talent, dafür aber ein zweigespaltenes Wesen. Und Battista werfen sich nicht nur die Frauen, darunter auch Valerias Schwester Cosima, an den Hals, er scheint auch eine Vorliebe für eben diese Hälse zu besitzen. In einer stürmischen Nacht, versammelt um eine zum Sterben schöne Duftkerze, kommt es zum dichterischen Wettstreit, und zum Kampf zwischen Gut und Böse.

„Die Maske des Golino“ weist den Schöllgen-typischen knallharten Wortwitz auf, eingebettet in für Darsteller und Zuschauer anspruchsvolle Dialoge. Im Vergleich zu früheren Stücken hat sich die Anzahl der Lieder deutlich erhöht. Die rockigen Songs fordern den Darstellern somit mehr sängerisches Talent ab.
Die Rolle des Battista ist sehr vielseitig und verlangt von seinem Darsteller eine hohe Flexibilität und teilweise sehr rasches Umschalten. Mal ist er der gequälte Poet und sexuelle Eroberer, mal der Straight Man, dann wieder der knallharte Bösewicht.

Marc-Oliver Teschke spielt die Rolle des Dichterfürsten Battista in John Schöllgens Komödie „Die Maske des Golino“. Der Hintergrund der Gruselkomödie basiert lose auf der Entstehungsgeschichte von Mary Shelleys Klassiker „Frankenstein“. Im Stück wie in der Historie vertreiben sich die versammelten Dichter, hier Battista, Valeria und Golino, dort Lord Byron, Mary und Percey Shelley, die Zeit im Haus am See mit einem literarischen Wettstreit. Am Ende steht die Erschaffung eines der Klassiker der schaudererregenden Weltliteratur. Ob sich die Shelleys jedoch mit einem vampirischen Byron herumplagen mussten, ist nicht überliefert.

Termine

Freitag, 12. Mai 2017 - 19:00
Samstag, 13. Mai 2017 - 19:00
Sonntag, 14. Mai 2017 - 17:00
Theatermuseum Düsseldorf

Rollen

Archangelo Battista

Regie

Autoren

John Schöllen